Im Krisengebiet: „Man sollte nicht denken, man muss die Welt retten.“
Shownotes
Eine Karriere in der Medizin – das heißt oft: studieren, Fachärzt:in, Oberärzt:in und vielleicht irgendwann sogar Chefärzt:in. Für Dr. Friederike Lutz war dieser Weg aber nie besonders interessant. Sie wollte lieber die Welt sehen. Also hat sie nach ihrer zweiten Facharztprüfung ihre Stelle gekündigt und dann mehrere Monate im Flüchtlingscamp Moria auf der Insel Lesbos gearbeitet. Seitdem war sie auch in Kenia, in Indien, auf den Philippinnen und im Libanon. Inzwischen nimmt sich die Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie jedes Jahr 6 Wochen unbezahlten Urlaub und arbeitet im Ausland, meist unentgeltlich. Mit Julia Rotherbl spricht sie über die unterschiedliche Wahrnehmung von Krankheiten und Ärzt:innen in anderen Kulturen, über ihre Erfahrungen und wie sich dadurch auch ihr Blick auf Deutschland ändert.
Weitere Infos und Links:
Ärzte ohne Grenzen: https://www.aerzte-ohne-grenzen.de
German Doctors: https://www.german-doctors.de
Medical Volunteers International: https://medical-volunteers.org/de
Im Podcast „Frau Doktor, übernehmen Sie!“ erzählen Frauen aus der Medizinbranche, wie sie dort Karriere gemacht haben. Dazu spricht Julia Rotherbl, Chefredakteurin der „Apotheken Umschau“, mit Frauen, die in Führungspositionen arbeiten, die Herausforderungen gemeistert haben oder an ihnen gescheitert sind. Es geht um Themen wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Sexismus, männliche Netzwerke, mangelnde Vorbilder oder verschiedene Arbeitsmodelle. Das Ziel: Euch zu inspirieren und ermutigen, Euren eigenen Weg zu finden.
An jedem ersten Montag im Monat erscheint eine neue Folge. Habt Ihr Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann schreibt uns gerne an redaktion@gesundheit-hoeren.de
Mehr Gesundheitspodcasts gibt es hier: www.gesundheit-hoeren.de
Redaktion: Julia Rotherbl, Constanze Radnoti, Kareen Seidler; Schnitt und Post-Produktion: Constanze Radnoti, Benedikt Möltner, Yves Seißler; Chefredakteur: Peter Glück
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Transkript anzeigen
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Die Dinge, die einen hier vielleicht nerven, kann man dann auch wieder besser ertragen. Diese ganze Bürokratie und das Ganze kann man deutlich besser ertragen, wenn man mal woanders war und andere Probleme gesehen hat.
JULIA ROTHERBL
Ärzte ohne Grenzen, German Doctors, Medical Volunteers International. Es gibt viele Organisationen, die darauf angewiesen sind, dass Ärztinnen und Ärzte ehrenamtlich oder gegen ein geringes Einkommen ihr Wissen und ihr Know-how zur Verfügung stellen, um Menschen zum Beispiel in Kriegsgebieten gesundheitliche Hilfe zukommen zu lassen. Viele Ärztinnen und Ärzte, die sich dort engagieren, tun das einmal in ihrer beruflichen Laufbahn. Zum Beispiel, wenn sie am Ende ihrer Facharztausbildung angekommen sind und noch eine gewisse Zeit zu überbrücken haben oder wenn sie in Rente gegangen sind. Wir haben heute eine Ärztin zu Gast, die macht es tatsächlich sehr regelmäßig, einmal im Jahr für sechs Wochen. Sie nimmt sich dazu unbezahlten Urlaub. Doktor Friederike Lutz ist Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie und arbeitet aktuell in einer Facharztpraxis in München. Wenn sie nicht gerade im Einsatz ist, zum Beispiel in Indien, auf den Philippinen oder im Libanon. Ich will heute mit ihr darüber sprechen, warum ihr diese Auslandseinsätze so wichtig sind, wie sie das Zusammenspiel von ja oft sehr unterschiedlichen Welten, Gesundheitssystemen, Kulturen meistert und warum ihr dieses Engagement unglaublich viel Kraft gibt. Freue mich sehr, dass Du heute da bist, Friederike.
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Danke für die Einladung, freut mich sehr.
JULIA ROTHERBL
Mein Name ist Julia Rotherbl, ich bin Chefredakteurin der Apotheken Umschau und ich hoste diesen Podcast.
SPRECHERIN
Frau Doktor, übernehmen Sie! Ein Podcast von gesundheit-hören und Apotheken Umschau Pro.
KAPITEL 1 – Perspektivwechsel durch den Kontakt mit anderen Kulturen
JULIA ROTHERBL
Wir haben im Intro ja schon kurz angedeutet, dass Du sehr viel im Ausland unterwegs warst und bist. Du warst schon in Indien, auf den Philippinen, in einem Flüchtlingscamp, auf Lesbos, in Kenia. Also Du hast eine Facharztausbildung gemacht und als sie abgeschlossen waren, hast damit begonnen. Jetzt könnte man sich kurz fragen, ob das quasi für dich die Intention war, überhaupt Medizin zu studieren, um Menschen weltweit gesundheitlich zu helfen, weil Du quasi sofort, als Du dazu in der Lage warst, auch damit begonnen hast?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Das kam so Stück für Stück. Also ich glaube schon, dass ich den Beruf ergriffen habe, weil ich Menschen helfen will. Das klingt immer sehr platt oder pseudo oder wie auch immer … Aber das mit dem Ausland, das kam so Stück für Stück eigentlich, dass ich dann den Drang immer mehr verspürt habe, ins Ausland zu gehen. Ich hab erst richtig Reisen angefangen, als ich schon gearbeitet hab und mein erster, sagen wir es mal, medizinischer Auslandsaufenthalt, das war kurz nach meinem Staatsexamen, in Peru. Da war ich in 'ner ganz kleinen Klinik, richtig mitarbeiten konnte ich damals noch nicht, weil nach dem Studium ist ja alles noch so ein bisschen Theorie und wenig Praxis. Aber da habe ich so ein bisschen Blut geleckt.
JULIA ROTHERBL
Okay.
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Und dann während meines ersten Jobs, der war in Karlsruhe, da war der Frankfurter Flughafen ja so schön nah und ich hatte auch eine Freundin, die ist so gern gereist und dann haben wir angefangen, die Welt zu bereisen, ich teilweise auch alleine und irgendwann fügte sich das dann so zusammen.
JULIA ROTHERBL
Okay.
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Dass ich extrem gern in der Welt unterwegs bin, aber auch extrem gern Ärztin bin und das passte dann am Ende ganz gut.
JULIA ROTHERBL
Du hast gesagt, Du hast in Peru Blut geleckt. Was waren so die Dinge, wo Du sofort gemerkt hast, das ist meins?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Dieses Anderssein, wie Menschen, wie Kulturen in der Welt anders sind und wie man sich dadurch selber so ein bisschen reflektieren kann, in Deutschland oder man selbst auch. Das fand ich so spannend, dieses – also inspirierend klingt auch eher philosophisch, weil's ja sehr pragmatisch ist, medizinische Versorgung, aber dieses Anderssein, diese kulturelle Vielfalt. Wie geht's woanders? Wie machen das andere Kulturen?
JULIA ROTHERBL
Mhm. Gibt's denn da tatsächlich große Unterschiede, wie Kulturen mit Krankheit umgehen, zum Beispiel, mit Schmerz?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Ja, sehr, sehr, sehr, sehr. Also es gibt zum Beispiel in jeder Kultur unterschiedliche Tabuthemen, ja. In vielen Kulturen sind es natürlich sexuelle Tabuthemen, gynäkologische Themen, aber auch wie man eine Erkrankung wahrnimmt, wie man sie als Patient, als Laie als schwerwiegend und nicht schwerwiegend betrachtet, wie man selber daran arbeitet, wieder gesund zu werden. Also dieses Krankheitsverständnis, diese, man kann sagen Selbstheilungskräfte oder diese Tendenz, sich selber helfen zu wollen, das ist wirklich sehr, sehr unterschiedlich und das fand ich immer sehr, sehr spannend.
JULIA ROTHERBL
Kannst Du ein konkretes Beispiel nennen, was dich sehr überrascht hat?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Vielleicht nicht ganz konkret, aber mich überrascht in vielen Kulturen immer wieder, wie positiv die Menschen versuchen, aus der eigenen Krankheit herauszukommen. Erst mal ohne ärztliche Hilfe. Ja, und bei uns ist es ja in Deutschland zum Beispiel so, dass man sich dann die ärztliche Hilfe sucht, dass man sich so ein bisschen abhängig macht. Und diese eigenen Kräfte in Kulturen und in Ländern, wo viel weniger zur Verfügung ist vom Gesundheitssystem als bei uns, das fand ich immer sehr spannend, muss ich sagen.
JULIA ROTHERBL
Mhm. Wie machst Du das denn? Du hast ja sehr oft diesen Wechsel gehabt schon zwischen einem Einsatzort, wo ganz andere medizinische Bedingungen herrschen und dann zurück ins deutsche Gesundheitssystem. Wie fühlt sich das für dich dann in diesen Momenten an?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Ich hab jetzt schon ein bisschen Routine und ich muss sagen, ich find beides irgendwie besonders und schön. Ich bin aus Indien zurückgekommen, das war Samstagnacht und Montag war ich schon wieder in der in der Praxis dann. Und mir sind natürlich die Unterschiede aufgefallen, aber ich dachte so, ja „Gut, beides hat seine Berechtigung“, ja? Es ist völlig anders, aber diese Umstellung, diese Anpassung, die fällt mir relativ leicht und ich glaub, das macht's für mich auch sehr leicht, solche Einsätze zu machen, weil ich mich auf beide Seiten ganz gut einstellen kann.
JULIA ROTHERBL
Hat denn deine Familie – obwohl Du jetzt sehr schwärmst, man es sehr gut nachvollziehen kann – aber hat dein Umfeld, deine Familie, deine Freunde, gab's Menschen, die das vielleicht nicht verstanden haben und vielleicht auch in manchen Situationen auch Angst hatten, Sorge, was jetzt zum Beispiel in diesem Flüchtlingscamp, was Du da erleben musst, ob Du das gut verarbeitest?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Das schon. Also ich glaub, viele haben mit Unverständnis erst mal reagiert, was auch normal ist, dass ich damals, also 2020, meinen Job gekündigt habe, weil es war auch noch Covid, war eine spezielle Situation. Aber dieses, warum man aus diesem sehr sicheren geordneten Ärzteleben rausgeht und in dieses Unbekannte, also eigentlich selbst ins kalte Wasser springt, das war schwierig. Und um meine psychische Gesundheit hat sich kaum jemand Sorgen gemacht. Im Nachhinein gesehen ist das auch richtig, weil ich damit sehr gut umgehen kann, aber spätestens als ich dann mit Ärzte ohne Grenzen im Libanon war, haben dann auch meine Eltern so ein bisschen die Stirn gerunzelt, oder andere, weil sie halt auch Angst haben, was mit mir passiert. Natürlich ist das auch so, dass das teilweise Länder sind oder Einsatzorte, wo man selber auch bedroht sein kann, ja.
JULIA ROTHERBL
Was tun denn eigentlich diese Organisationen – sofern sie was tun dafür – dass es den Menschen, die sich engagieren, dann auch wieder gut geht, wenn sie hier sind und zum Beispiel Einsätze hatten, wo man sagt, man hat Bilder oder Dinge gesehen, da muss man jetzt irgendwie drüber sprechen und vielleicht auch nicht nur mit der besten Freundin.
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Mhm. Da gibt es eigentlich bei allen NGOs Möglichkeiten. Also alle NGOs haben Psychologen im Hintergrund, dass wird dann je nach Einsatzlänge und -land mehr aktiv oder passiv dann quasi einem übermittelt, teilweise auch aufgedrückt, je nachdem. Also da gibt es genug Möglichkeiten, da wird sich schon gekümmert. Wenn da was wäre, dann weiß ich, wen ich ansprechen müsste. Das ist kein Problem.
JULIA ROTHERBL
Okay, aber Du hast für dich Wege gefunden, es anders zu verarbeiten?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Ja, irgendwie hab ich da 'n sehr stabiles Grundgerüst in mir drin, ja. Und ich muss sagen, vielleicht auch noch der Punkt, ich komme aus einer Familie mit sehr vielen Ärzten. Bin zwar die Einzige, die solche Einsätze macht, aber über viele Dinge kann man dann doch auch noch mal mit der Familie sprechen, wenn's um das Medizinische geht. Genau. Das sind mir oft auch Dinge, die einen da so ein bisschen mitnehmen und das das hilft mir persönlich auch.
KAPITEL – Praktische Tipps – Erfahrung, Finanzen, Belastbarkeit
JULIA ROTHERBL
Du hast es vorher schon kurz gesagt, Du hast tatsächlich gekündigt, um diesen Schritt gehen zu können. Was war für dich am Ende so der ausschlaggebende Punkt, dass Du das tatsächlich gemacht hast? Also Du gesagt hast, „Ja, ich gebe jetzt“, wie Du es schon formuliert hast, „ein sicheres Arbeitsverhältnis auf, das drängt mich so sehr, was anderes zu machen“. Gab's da irgend einen Auslöser, wo Du im Nachhinein sagst, das wär der Moment, wo ich wusste, „okay, ich mach's“?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Ich glaube, es war einfach von der Karriere her, ganz banal formuliert, erst mal so ein Punkt, wo man sagt, okay, ich hab die beiden Fachärzte, ich will nicht noch 'n Facharzt machen. Meine Karrierechancen, ich war damals an der Uniklinik, waren auch begrenzt, einfach weil ich auch kaum an Forschung beteiligt war und das auch nicht mein Schwerpunkt war. Und dann war immer so dieses kleine – keine Ahnung, diese kleine Stimme im Hinterkopf, ja „Du solltest das, Du wolltest das doch immer mit dem Ausland machen“ und dann war so der Punkt jetzt, jetzt – wenn nicht jetzt wann dann? Jetzt hab ich einen Schnitt, den ich machen kann. Es ist zwar eine schwierige Zeit, jetzt. Ich war mir, glaub ich, noch gar nicht bewusst, was da alles kommen würde, mit der Pandemie, aber es war so dieses – man hat ein Leben. Jetzt ist ein Punkt in deinem Leben, wo Du was ändern kannst. Ich hatte auch Freunde, die mich da sehr unterstützt haben. Eine Freundin vor allem, die gesagt hat, „Jetzt sei mutig, mach das. Es kann nichts schiefgehen eigentlich.“ Und dann war's so weit, ja.
JULIA ROTHERBL
Was würdest Du jetzt sagen, nachdem Du schon sehr viele solcher Einsätze hinter dir hast, wenn uns jetzt jemand zuhört, der das auch überlegt? Worauf sollte man im ersten Schritt achten? Also wie wählt man sich eine Organisation aus, die zu einem passt, was muss man sich für sich selber überlegen? Bringe ich das überhaupt mit?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Ich glaub, man sollte erst einmal überlegen – bin ich von meiner medizinischen Ausbildung, wenn wir jetzt von Ärzten sprechen, bin ich an 'nem Punkt, wo ich denke, ich hab eine gute Übersicht? Man muss nicht unbedingt Facharzt sein, aber zwei, drei Jahre Ausbildung ist sicher nicht verkehrt. Dann sollte man sich überlegen, wie lange möchte ich eigentlich oder wie lange kann ich mir das vorstellen zu machen? Möchte ich das, keine Ahnung, vier, sechs Wochen mal einschieben oder wirklich 'n Schnitt machen, ein halbes Jahr lang gehen? Und dann ist, glaube ich, auch wichtig für sich auszusuchen, bevor man an die Auswahl einer NGO geht, was glaube ich denn, was ich ertragen kann? Also ich glaube dieses Herantasten, wie's bei mir jetzt zufällig eigentlich so war, weil Lesbos hatte ich mir damals ja nur ausgewählt – nicht nur ausgewählt, aber die Auswahl fiel unter anderem auf Lesbos, weil man nicht viel reisen konnte während Covid-Zeiten. Das war schon ganz gut, so Schritt für Schritt. Ja, nicht gleich denken, man müsste die Welt retten. Das kann, glaube ich, nur schiefgehen.
JULIA ROTHERBL
Kann man die Welt überhaupt retten?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Nein, ich glaub, es ist auch ein ganz wichtiger Punkt, den man für sich – oder der mir auch weiterhilft, in diesen Einsätzen – den man für sich auch lernen muss. Man kann die Welt nicht retten. Ich stell mir das immer vor, man ist so ein kleines Schräubchen im Getriebe oder so ein kleines Bausteinchen und kann einen ganz kleinen Teil dazu beitragen, dass es Menschen wo auch immer auf der Welt ein bisschen besser geht, aber man kann die Grundsituation vor Ort selbst nicht ändern. Man kann die politische Lage, die politischen Kräfte, das kann man nicht ändern. Und wenn man das versucht – und gerade auf Lesbos habe ich viele junge motivierte Menschen auch kennengelernt, die irgendwie so diesen Drang hatten, auch diese ganze Flüchtlingsproblematik zu lösen oder lösen zu wollen – da scheitert man.
JULIA ROTHERBL
Wie machst Du das denn eigentlich finanziell? Ich hab keine Ahnung, inwieweit diese NGOs auch eine Form von Entschädigung zumindest anbieten. Das ist ja vielleicht jetzt für Menschen, die sich das auch überlegen, ein Punkt, über den sie nachdenken. Magst Du dazu was sagen?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Also das ist unterschiedlich von NGO zu NGO. Die NGOs, die eher kurze Einsätze organisieren, zum Beispiel German Doctors, mit denen ich öfters unterwegs war, aber auch die kleinen NGOs, mit denen ich auf Lesbos war, da kriegt man in der Regel gar kein Gehalt, und auch keine Aufwandsentschädigung. Reisekosten muss man zumindest zum Teil auch selber mittragen. Also gemein formuliert ist es ein reines Minusgeschäft. Und dann gibt's andere NGOs, wenn man längerfristig mit denen weggeht, wie Ärzte oder Grenzen, bei denen bekommt man ein geringes Gehalt zu Beginn. Das erhöht sich dann, wenn man länger, mehr als ein Jahr zum Beispiel, schon mit ihnen unterwegs war. Aber finanziell sollte man sich schon überlegen, dass man ein gewisses Polster braucht, und ich plan das auch immer schon ein bisschen im Vorhinein. Die sechs Wochen, die ich jetzt aktuell zwei Jahre in Folge schon weg war, sind bei mir auch unbezahlter Urlaub, da muss man so ein bisschen vorher nachher gucken, dass man dann die Lücken füllt. Machbar ist es, aber man sollte vorher auch daran auswählen, welchen Einsatz man gerne machen will.
JULIA ROTHERBL
Mhm. Wie hast Du das denn eigentlich mit deinem aktuellen und vielleicht auch den vorherigen Arbeitgebern geregelt? Also wie hast Du's geschafft, dass die sagen, „Ja, Du kannst noch sechs Wochen zusätzlich Urlaub machen“, zwar unbezahlt, aber …
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Also die ersten Einsätze hab ich ja gemacht, als ich quasi Freelancer war. Das ist im medizinischen Bereich eher selten, aber ich hatte ja zwischen 2020 und 2022 keinen wirklich festen Job. Da konnte ich das natürlich machen, wie ich will und meinen jetzigen Arbeitgeber – ja, da hab ich das im Bewerbungsgespräch gesagt, „Ich möchte gerne sechs Wochen unbezahlten Zusatzurlaub für diese Projekte, sonst komm ich nicht“ und das ging dann auch.
JULIA ROTHERBL
Okay, also die Reaktion war sofort okay oder kurzes Stutzen zumindest?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Nee. Das war aber, glaube ich, auch insofern ganz gut, weil das war kurz bevor ich in den Libanon gegangen bin, dass ich das Bewerbungsgespräch hatte, und ich glaub, ich hatte das mit sehr großem Selbstvertrauen kundgetan und dann war das kein Problem. Ich glaube, hätte ich bezahlten Urlaub gesagt, dann hätte man noch anders diskutiert, aber das war für mich wichtig.
JULIA ROTHERBL
Hast Du das Gefühl, Du hast da Glück? Also Du unterhältst dich ja sicher mit Menschen, die dann vor Ort mit dir dort arbeiten. Also ist das die Regel, dass Arbeitgeber*innen so reagieren oder muss man da für sich schon irgendwie reinkämpfen?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Also ich muss sagen, ich kenn keinen Arzt in meiner Situation, der das ähnlich macht wie ich. Ich wüsste keinen Arzt, keine Ärztin, die regelmäßig während ihres normalen Jobs ins Ausland geht. Also es gibt sicher welche, ich kenn sie nicht. Sie können sich gern bei mir melden, aber viele machen einmal ein Projekt und dann arbeiten sie wieder länger oder nehmen eine Zwischenstelle zwischen zwei Facharztausbildungen. Also da hab ich, glaub ich, einen relativ einzigartigen Plan mir entwickelt, wie ich das mache.
JULIA ROTHERBL
Was würdest Du denn sagen, was hast Du aus diesen Einsätzen mitgebracht, wovon die Praxis oder deine Arbeit generell profitiert? Weiß ich nicht – bessere Kommunikationsfähigkeit, weil man sich auch mal mit Händen und Füßen verständigen muss? Solche Dinge irgendwie, so Soft Skills, dachte ich irgendwie?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Ich glaube, sicher ein größeres Verständnis für die uns oft banal erscheinenden Probleme, mit dem Patienten in Deutschland auch oft zum Arzt kommen. Es geht ja manchmal nur um den kleinen Zeh. Das ist jetzt ganz gemein formuliert. Aber viele meinen, weil ich diese Einsätze machen würde, würden mir diese Probleme banal und nichtig erscheinen und ich würde dann ärgerlich werden vielleicht, wenn die Patienten mit solchen Dingen kommen. Aber ich finde es gerade umgekehrt. Ich kann dadurch auf irgendeine Art und Weise wertschätzen, dass jeder seine Probleme haben darf, dass es völlig in Ordnung ist. Und durch dieses Rauskommen in eine andere Welt und wieder Zurückkommen, hab ich auch so ein bisschen die Batterien wieder aufgeladen, hab, finde ich, wieder deutlich mehr Verständnis für die kleinen Sorgen und Probleme. Das auf jeden Fall. Und ich glaube auch eine gewisse Flexibilität, Anpassung. Und auch eine größere Frustrationstoleranz, erlebe ich manchmal, dass ich einfach da zurückkommen und denke, „Ja, hier ist es halt anders und das ist okay.“
JULIA ROTHERBL
Und man macht schon mal seinen Kopf auf, so hab ich den Eindruck und dadurch tankt man dann auch Energie. Beim einfach raus mal aus dieser Routine.
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Total, und die Dinge, die einen hier vielleicht nerven, kann man dann auch wieder besser ertragen. Diese ganze Bürokratie und das Ganze kann man deutlich besser ertragen, wenn man mal woanders war und andere Probleme gesehen hat.
KAPITEL – Alltag im Ausland
JULIA ROTHERBL
Du hast vorher schon gesagt, Du kommst aus Indien grade zurück, magst Du uns kurz nach Indien mitnehmen und nun mal so schildern, wie dort so ein Arbeitstag für dich ausgesehen hat, so ungefähr?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Also das war ein Projekt auch von German Doctors, westlich von Kalkutta auf dem Land, Chagram heißt die Region. Und das Projekt hat zum Ziel, die Landbevölkerung dort nicht nur basismedizinisch zu versorgen, sondern vor allem den Kontakt zum öffentlichen Gesundheitssystem herzustellen, weil es gibt in Indien schon eine basale Versorgung. Oft fehlt so diese Schnittstelle, dass die Patienten wissen, dass es das gibt. Diese Versorgung hat natürlich auch viele Haken, aber das Ziel des Projekts war eben, in die Dörfer reinzugehen und auch Gesundheitsaufklärung zu betreiben. Das heißt, wir sind jeden Morgen mit, wir hatten zwei Busse, da sind wir auch in die Dörfer reingefahren, ein, zwei Stunden Anfahrt, hatten einen Apothekenbus, unseren anderen Bus und haben da in kleinen Häuschen dann Sprechstunden gemacht mit allen Belangen, die ankamen. Also ich sag mal, man muss es sich wie eine Landarztpraxis vorstellen, halt nur mit Freiluft-Apotheke und Freiluftsprechstunde und Freilufttoilette und was auch immer. Und haben uns da alles gekümmert, was anfiel.
JULIA ROTHERBL
Wie lang warst Du da?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Sechs Wochen waren das. Das ist bei German Doctors das immer so, dass das sechs Wochen sind, damit es auch möglich gemacht wird, dass man während des Berufslebens dann mal raus kann.
JULIA ROTHERBL
Wie ist es denn so, man hat dann da ein festes Team, mit dem man unterwegs ist, stell ich mir vor. Wie eng wächst man zusammen und wie schlimm ist es, nach den sechs Wochen zu sagen, „okay, das war's jetzt“?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Man hat, also in diesem Projekt hatte ich einen deutschen Kollegen, natürlich das nationale Team vor Ort. Das waren ganz tolle, vor allem junge Frauen, Mitte zwanzig, auch ein paar junge Männer, aber präsenter waren in der Versorgung die jungen Frauen. Und das Zusammenwachsen, das ist richtig, dass Du das sagst, das ist schon sehr intensiv, weil man, ich glaube immer, wenn man sich um gesundheitliche Belange von Menschen kümmert, dann kümmert man sich sehr intensiv zusammen darum. Und ich war am Ende schon, oder bin am Ende immer schon sehr traurig, dass ich wieder nach Hause muss. Ich hab aber auch oft das Gefühl, dass für das Team das fast noch schwieriger ist, weil das Team erlebt ja immer alle sechs Wochen jemand neuen und passt sich dann auch immer wieder neu an. Aber diese Teamzusammenarbeit vor Ort ist schon was ganz Besonderes auch gewesen.
JULIA ROTHERBL
Du hattest vorher gesagt, kurz, dass in Indien jetzt zumindest es so war, dass Du vor allem mit Frauen dort zusammengearbeitet hast. Wie es denn so generell das Geschlechterverhältnis? Sind vor allem Frauen vor Ort?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Ich glaub, da muss man noch mal unterscheiden, welche Personen gehen von Deutschland aus in solche Projekte? Also von den Ärzten her, das sind mehr Frauen. Ich hab keine Prozentzahl im Kopf, aber das ist so der Klassiker, unbezahlte soziale Tätigkeiten machen häufiger Frauen als Männer. Das ist, ich glaub, das ist nichts Neues.
JULIA ROTHERBL
In allen Lebensbereichen.
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Ja, und ich glaube, es ist auch international so, dass Frauen eher in sozialen Bereichen arbeiten. Und das ist ja wirklich sozial at its best. Gerade in Indien waren die jungen Frauen, mit denen wir zusammengearbeitet haben, im Kernteam, gut ausgebildete junge Frauen, hatten alle studiert, zum Beispiel soziale Arbeit oder Ähnliches. Und ich hab das denen auch oft gesagt, ich bewundere das. „Ihr könntet aufsteigen in irgendwelche tollen Jobs in denen ...“ Ich mein, man merkt in Indien, es geht ja rasend schnell voran, aber sie kümmern sich um die Bevölkerung vor Ort. Und das ist was ganz Besonderes, weil sie auch es anders machen könnten. Also da hab ich sehr großen Respekt davor.
JULIA ROTHERBL
Wie ist es denn eigentlich mit den Patienten vor Ort, also dezidiert mit den männlichen Patienten? Wie gehen die denn mit einer Frau um, im weißen Kittel, also einer Ärztin?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Also in Indien, von Indien hört man ja auch immer sehr in Anführungszeichen Negatives, wenn's um Frauen und Männer im Verhältnis geht. Ich fand das überhaupt kein Problem.
JULIA ROTHERBL
Okay.
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Also ich war mal wieder total überrascht, wie unproblematisch der Umgang mit Männern als Patienten war, wie sie teilweise auch Dinge angesprochen haben, die eher schwierig anzusprechen sind, wie zu sexuelle Probleme oder Ähnliches. Also ich fand das total überraschend, dass das so unproblematisch ging und ich hatte auch nicht das Gefühl – wir hatten immer zwei indische Ärzte, die teilweise mitgearbeitet haben – dass die männlichen Patienten eher zu den indischen Ärzten gedrängt haben. Also das hat mich positiv überrascht. Das war gar kein Problem.
JULIA ROTHERBL
Auch auf den anderen Einsätzen gar nicht?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Unterschiedlich. Also ich glaube, was noch mal wichtig ist zu erwähnen, dass Arztsein in vielen Ländern einen viel höheren Stellenwert in der Gesellschaft hat als bei uns. Das klingt jetzt auch 'n bisschen hart, was Deutschland angeht, aber allein, dass man Arzt ist, macht einen zu einer Respektsperson. Das merkt man allein schon, weil die Patienten schön angezogen in die Sprechstunde kommen. Das ist bei uns ja auch nicht so. Und diese Respektsperson steht oft, oder in den meisten Ländern, in denen ich bisher war, über dem Geschlecht.
JULIA ROTHERBL
Verstehe.
DR. FRIEDERIKE LUTZ
In den allermeisten Fällen. Auch im arabischen Kontext, im Libanon habe ich das seltenst so empfunden, dass das schwierig war.
JULIA ROTHERBL
Wie ist es denn, gibt's für dich Beispiele, wie Patienten sich in anderen Ländern ganz anders verhalten, als Du's hier jetzt kennst?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Das meiste ist wirklich die Kommunikation. Vielleicht – Gegenüberstellung – bei uns kommt der Patient ins Zimmer, man begrüßt sich, man kommuniziert, schaut sich in die Augen und spricht über das Problem. Und jetzt zum Beispiel in Indien war es so, Patient kommt rein, begrüßt wird nicht, weil das dort einfach nicht kulturell so gemacht wird. In die Augen wird einem in der Regel auch nicht geschaut, vor allem bei Männern. Das ist auch kulturell einfach nicht adäquat. Und das Problem wird auch anders geschildert als bei uns. Bei uns in Deutschland ist es immer sehr fokussiert und gezielt wird drauf eingegangen. In anderen Kulturen wird oft das direkte Problem nur so umschrieben, bis man den Patienten da mal hinführen kann, was eigentlich die Sache ist, weswegen er oder sie kommt. Das ist auf jeden Fall ein Thema oder auch körperliche Untersuchung ist bei uns ein kulturell sehr unterschiedliches Thema. Ich mein, in Deutschland, wenn man dem Patienten sagt, ziehen Sie sich bitte aus oder machen Sie sich frei, das ist kein Thema. Das kann man in vielen Kulturen natürlich auch nicht so machen und da muss man sich zu Beginn auch immer ein bisschen zurücknehmen, wenn man Anforderungen stellt an den Patient, was er jetzt antworten oder machen oder tun soll, dass man da kulturell adäquat bleibt, weil das kann zu großem Vertrauensverlust führen.
JULIA ROTHERBL
Also hattest Du schon Patienten, wo dann einfach keine körperliche Untersuchung erfolgt ist, weil …
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Klar, klassischer Fall sind, sag ich mal, gynäkologische Probleme auch, obwohl ich eine weibliche Ärztin bin. Auch im indischen Kontext, zum Beispiel, haben sich Frauen nicht von mir untenrum untersuchen lassen. Wir haben das Problem dann halt umschrieben und dann versucht, eine Behandlungsmöglichkeit zu finden. Wohingegen in Kenia, da musste ich manchmal lachen, da war es eher so, dass man nicht schnell genug gucken konnte, bis die Patientin dann sich schon frei gemacht hatte. Das ist eigentlich ganz spannend. Aber ich find das auch immer wieder spannend, darauf einzugehen und diese Unterschiede wahrzunehmen. Das find ich ganz toll, immer.
JULIA ROTHERBL
Hast Du dir eigentlich irgendwie mal überlegt, dass Du ausschließlich im Ausland arbeitest? Du erzählst ja sehr begeistert von diesen Einsätzen und wie viel dir das auch gibt. War das jemals so für dich ein Weg?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Jein. Also zum einen, ich schätze meine Wurzeln in Deutschland auch sehr und ich glaube, ich bezeichne das immer als so ein Baum, der tiefe Wurzeln hat und dann wirklich weit ausschlagen kann. Für mich ist das ganz wichtig, dass ich meine Wurzeln hier habe und dass ich da auch so die Kraft und die Power dann hab, dann wieder in solche Länder zu gehen. Weil das kostet natürlich schon Kraft, ja, das ist kein Kinderspiel. Und wieder zurückzukommen und so das Umfeld zu haben, Freunde, Familie, das ist mir sehr wichtig. Es gibt viele Ärzte, grade bei Ärzte ohne Grenzen, die von Projekt zu Projekt gehen und dann nur noch einen Koffer irgendwie zu Hause haben, keine Wohnung. Das wäre für mich kein Modell. Vielleicht doch irgendwann mal wieder etwas länger ins Ausland gehen, also sechs Monate, ein Jahr oder auch bisschen länger, das auf jeden Fall. Aber diese Wurzeln sind wichtig und man ist in den Projekten für andere Menschen da, aber man möchte ja auch für seine Familie und seine Freunde da sein und das kann man nicht, wenn man im Ausland ist, wenn jemand schwer krank wird, das hatte ich auch schon einmal, und man ist im Ausland, dann kann man nicht schnell zurückkommen und für denjenigen da sein, ja. Und das ist, glaub ich, auch ein ganz wichtiges Thema.
JULIA ROTHERBL
Und für sich selbst da sein?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Ich glaub, für sich selbst da sein, das kann man in allen Ecken der Erde auf eine andere Art und Weise. Also in den Projekten ist es ja oft so, dass wir wirklich aufm Land irgendwo untergebracht sind, wo abends einfach nichts los ist. Oder auch dieses Programm, was wir immer abends haben, Freunde treffen, Kultur, was auch immer, das gibt es dort nicht. Das heißt, abends sitzt man in seinem Zimmerchen und hat Zeit. Man kann, wenn gutes Internet ist, natürlich alles mit dem Internet machen, aber man hat auch extrem viel Zeit, über vieles im Leben nachzudenken, was anfangs oft sehr schwierig ist, weil das manchmal auch bedrückend sein kann. Aber das finde ich am Ende dann immer sehr erholsam und hier gibt es da viel wieder andere Dinge, wo man für sich selber was tun kann, von Yoga über Wellness, wie auch immer, das ist anders, aber ich find beide Bereiche ergänzen sich sehr gut.
JULIA ROTHERBL
Wie geht's denn für dich weiter? Also Du bist jetzt aus Indien zurückgekommen, Du bist zurück in der Praxis. Du hast vor, jetzt das tatsächlich so weiterzumachen, dass Du einmal im Jahr dir diese sechs Wochen nimmst und hast auch schon ein neues Projekt im Kopf oder?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Also zum neuen Projekt kann ich noch nichts sagen, weil das noch in der Mache ist, aber grundsätzlich habe ich das so erst mal so weiter davor, weil das für mich einfach meine Herzensangelegenheit ist. Ich hab das vor Indien noch mal gemerkt, als ich krank war und nicht sicher war, ob ich wirklich fliegen kann. An dem einen Tag habe ich gemerkt, wie sehr mir das am Herzen liegt. Und es gibt Dinge im Leben, über die muss man nicht nachdenken, die muss man einfach machen. Das ist intrinsisch, dieser Drang und deswegen werde ich das auch auf jeden Fall fortführen.
JULIA ROTHERBL
Ist es für dich denn überhaupt so, wenn man so deinen Lebenslauf anschaut, für dich überhaupt vorstellbar, dass es Menschen gibt, die – keine Ahnung – fünfzehn Jahre in derselben Klinik auf derselben Station arbeiten?
DR. FRIEDERIKE LUTZ
Also für mich persönlich ist das nicht vorstellbar, aber das heißt ja nicht, dass ich die anderen, die das so machen, nicht respektiere. Das ist einfach ein anderer, ein bisschen ein anderer Lebensentwurf. Und aktuell, ich kann auch nicht zehn Jahre in die Zukunft schauen, aber aktuell ist für mich das genau so das Leben, wie ich das gerne führen möchte.
JULIA ROTHERBL
Sehr schön. Dann sag ich vielen Dank, dass Du hier warst und dass Du uns auch Einblicke gegeben hast, in dieses Leben. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Danke.
DR. FRIEDERIKE LUTZ Gleichfalls.
JULIA ROTHERBL
Da wir am Ende dieser Folge angekommen sind und ihr bis jetzt dabei geblieben seid, gehe ich schwer davon aus, dass euch das Thema interessiert hat, dass euch dieses Gespräch gefallen hat. Ich würd mich sehr freuen, wenn ihr uns dafür einen Daumen hoch dalasst, ein Like, einen Kommentar. Ihr könnt „Frau Doktor, übernehmen Sie!“ abonnieren, dann verpasst ihr auch keine neue Folge. Wir erscheinen immer am ersten Montag im Monat.
SPRECHERIN
Ein Podcast von gesundheit-hören und Apotheken Umschau Pro.
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